Ohne Erwartungen geht’s nicht im Jugendfußball

Erwartungen sind ja so eine Sache …. Jeder von uns hat sie, jeder hat seine eigenen und wir wünschen uns alle, dass sie erfüllt werden, was aber nicht immer der Fall ist. Im Jugendfußball ist das nicht anders …

SpielerInnen haben sie gegenüber ihrem Trainer und dem Verein. Trainer gegenüber den SpielerInnen und den Eltern. Eltern gegenüber ihren Kindern, dem Trainer und dem Verein. Wenn diese nicht übereinstimmen, nicht erfüllt, missverstanden, zu hoch oder zu niedrig angesetzt werden, führt das meistens zu Enttäuschungen, Frust oder Problemen.

Gerade was das Leistungsniveau und das sportliche Ziel der Mannschaft betrifft, gehen schnell die Erwartungen auseinander.

Wenn z. B. der Trainer seine Aufgabe mehr darin sieht, seinen SpielerInnen den Spaß am Fußball zu vermitteln und soziale Kompetenzen, Weiterentwicklung und Mannschaftsbildung mehr im Fokus stehen als Siege und Aufstieg in die nächste Liga. Letzteres aber genau das ist, was ein Vater für seinen Sohn beispielsweise gerne möchte, wenn er ihn schon im Fußballverein anmeldet. Oder aber der Sohn/die Tochter lieber nur aus Bock kicken will, nicht aber den Sport unter dem Leistungsaspekt betreibt, was sich vielleicht die Eltern wünschen. Oder umgekehrt … Das kann schnell zu Problemen führen.

Fußballverein ist nicht gleich Fußballverein und Mannschaft nicht gleich Mannschaft ist. Viel hängt vom Leitfaden des Vereins ab, der sportlichen Ausrichtungen, den finanziellen Möglichkeiten, den „Führungsköpfen“ etc. Und viel hängt von den jeweiligen Personen ab, die agieren. Plus der SpielerInnen, die das Team ausmachen und den Eltern, vor allem wenn es um jüngere SpielerInnen geht.

Was wäre sinnvoll, damit alle wissen, worauf sie sich einlassen?

Ihr könnte es Euch sicherlich denken, dass Transparenz und Kommunikation auch hier helfen!

  1. Eltern sollten im Vorfeld mit ihrem Kind herausfinden, wieso er/sie Fußball spielen will und was er/sie erwartet. Geht übrigens auch schon mit Spielern aus der F-Jugend und wird je älter und höher sie spielen, umso wichtiger.
  2. Der Verein sollte seinen Leitfaden und sportliche Zielsetzungen auf seiner Homepage formulieren.
  3. Eltern sollten sich vor Kontaktaufnahme oder Probetraining die Homepage des Vereins anschauen. Auch wenn der Wunsch dem Verein beizutreten daraus resultiert, dass der Freund des Sohnes/der Tochter auch dort spielt, wäre es wichtig, sich selbst die nötigen Infos zu besorgen.
  4. Sollte die Homepage nicht ausreichend Informationen liefern, dann zum Telefonhörer greifen oder eine E-Mail schreiben und konkret nachfragen.
  5. Trainer sollten NACH einem Probetraining, aber VOR einer Anmeldung/Verpflichtung des Spielers ihr Konzept und ihre Zielsetzung deutlich machen.
  6. Eltern sollten in sich gehen und für sich klären, was für SIE der Fußball ihres Kindes bedeutet. Hobby, Leistungssport, Erfolg, Spaß?
  7. Vor allem Eltern, die wenig über Fußball wissen, sind dankbar hier Hilfestellung seitens des Vereins in Form von ausreichender Aufklärung zu erhalten. Denn häufig fehlen ihnen Informationen, die später zu unerwünschten Überraschungen führen können.

Mir war erst in der B-Jugend bewusst, dass unser Sohn mittlerweile Leistungssport betreibt, weil ich den Unterschied zwischen einer Fußballschule und einem Nachwuchsleistungszentrum nicht kannte.

Egal, wie die jeweilige Erwartungshaltung ist, kann es helfen sich darüber im Vorfeld bereits einige Gedanken zu machen …

Über Erwartungen spreche ich auch in meiner letzten Podcast-Episode Ende des Jahres. Willst Du die nicht verpassen, melde Dich hier für den Podcast an!