Diese Checkliste macht deinen Elternabend einfacher und wirkungsvoller
Die Winterpause neigt sich dem Ende zu, einige sind schon in den ersten Spielen der Rückrunde, andere setzen aufgrund des Wetters noch aus. Wenn du ihn nicht schon geplant hast, ist jetzt ein guter Zeitpunkt über den nächsten Elternabend nachzudenken. Denn die Zeit bis zum Saisonende ist nicht lang. Und neben den immer gleichen Themen des Spielbetriebs, geht es bei zahlreichen Spieler*innen und deren Eltern um die Frage, wie es denn weitergeht. Beide Nachfragen kannst du mit einem informativen Elternabend reduzieren und dadurch auch deine Nerven schonen.
In diesem Blogartikel zeige ich dir, wie du ohne großen Aufwand einen Elternabend nach der Winterpause vorbereitest, der dir …
- Struktur gibt
- Sicherheit schafft
- und eure Zusammenarbeit spürbar verbessert.
Denn ein gut geplanter Elternabend kann richtig Spaß machen und ist die halbe Miete für eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und eine entspannte zweite Saisonhälfte. Und auch für diejenigen, die den Elternabend eher als lästiges Übel sehen, habe ich ein paar Impulse.
Willst du lieber hören statt lesen? Dann findest du hier die dazugehörige Podcast-Episode:
Vor einem Jahr habe ich mit Oliver Langner, Jugendleiter und Trainer des FC Fraunberg, in meinem Podcast über seinen etwas anderen Elternabend gesprochen.
Er hatte Impulse aus einem Online-Seminar mitgenommen, das ich für den Bayerischen Fußballverband gegeben hatte. Sein Fokus lag auf guter Vorbereitung, klarer Struktur und offen im Austausch.
Am Ende sagten mehrere Eltern, dass sie noch nie so einen informativen und angenehmen Elternabend erlebt hätten.
Und genau darum geht es. Bei den Bambini’s und der F-Jugend getestet, werden beim FC Fraunberg mittlerweile auch Elternabend anderer Tugenden nach der erfolgreichen Struktur durchgeführt.
Der Elternabend ist nicht nur dafür da, Termine, Turniere oder Beiträge „abzuhaken“, sondern er ist ein echtes Beziehungsinstrument.
Gerade nach der Winterpause hilft er dir,
- wichtige Themen anzusprechen, z.B. wann finden Übernahmegespräche statt?
- Erwartungen zu klären, deine und ebenso die der Eltern
- Perspektiven aufzuzeigen
- Unsicherheiten bei Eltern früh abzufangen, z.B. Wann erfahren wir, ob unser Kind übernommen wird?
- Vertrauen weiter aufzubauen
- Zeit zu sparen, z.B. durch klare Information und Kommunikation und weniger Zeichen Tür-und Angel-Gespräche
Wenn Eltern sich angesprochen fühlen und merken, dass …
- sie Teil des Ganzen sind,
- sie wissen, warum du bestimmte Vorgaben machst
- sie den Mehrwert kennen
- ihr Engagement ihrem Kind zugute kommt, kommen sie mit einer ganz anderen Haltung und sind oftmals offen, interessiert und unterstützend.
Kurze Anleitung: Dein Elternabend nach der Winterpause in 4 Schritten
Auch wenn du noch keinen Elternabend zu Beginn der Saison gemacht hast oder noch nicht so erfahren bist, kannst du trotzdem jetzt starten.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Elternabend ist ein Muss – nicht nur zur Saisonbeginn, sondern auch in der Winterpause
Ich empfehle mindestens zwei Elternabende pro Saison**:
- Saisonbeginn: Kennenlernen, Neustart, Orientierung
- Winterpause (Januar–März): Wie geht es weiter?
Der zweite Elternabend ist perfekt, um zu erklären:
- Wie läuft die zweite Saisonhälfte?
- Wann finden Gespräche mit Spieler*innen und Eltern statt?
- Wie sehen Perspektiven, Übernahmen oder Wechsel aus?
- Welche Optionen gibt es, wenn ein Kind nicht in die nächste Jugend wechselt?
So nimmst du Eltern früh mit und verhinderst, dass sie sich im „Fußball-Nirwana“ verirren.
2. So kommen die Eltern auch wirklich
Wenn kaum Eltern kommen, fühlen sie sich meist nicht richtig angesprochen. Das kannst du ändern, in dem du die Eltern vorab fragst, was sie beschäftigt.
Wichtig: Erkläre, warum du eine kurze Umfrage machst, warum ihre Teilnahme wichtig ist und welchen Mehrwert sie für euch alle hat.
Zum Beispiel:
- Was wollt ihr zur zweiten Saisonhälfte wissen?
- Welche Fragen habt ihr zu meiner Arbeit?
- Was ist euch aktuell wichtig?
Das bringt dir gleich mehrere Vorteile:
- Eltern fühlen sich gehört und ernst genommen
- du weißt, welche Themen auf dich zukommen werden/können
- du kannst Themen, die nicht deine Arbeit betreffen, delegieren
- du gehst sicherer in den Abend
- und wirst nicht überrascht
Wichtig: Greife die Fragen im Elternabend auch wirklich auf. Auch die, die nicht in deiner Verantwortung liegen mit der Info, dass du sie weitergeleitet hast und sich eine andere Person dazu melden wird.
Überlege dir eine ansprechende Einladung, die Lust auf den Elternabend macht. Und bedenke, sie ist deine Visitenkarte. Oliver Langner hat beispielsweise ein Plakat gewählt. Andere verschicken ein kurzes Video oder eine Sprachnachricht. Hier kannst du kreativ sein und ein Tool wählen, was dich wenig Zeit kostet.
3. Die richtige Planung – einfach & effizient
Wenn ich etwas gut strukturieren will, stelle ich mir Fragen. Auf den Elternabend angewandt können dir diese Leitfragen helfen:
- Was ist das Ziel dieses Elternabends?
- Welche Themen sind jetzt wirklich wichtig?
- Welche Infos brauchen die Eltern zu deiner Arbeit?
- Wobei brauchst du ihre Unterstützung?
- Wer kann dich ggf. bei der Planung oder Durchführung unterstützen?
- Online oder offline – und mit welchen Tools?
Schreib dir die Antworten stichpunktartig auf und fertig daraus deinen Ablauf.
Ich empfehle dir, nicht mehr als 3 wichtige Themen zu identifizieren, damit der Elternabend übersichtlich bleibt, zeitlich nicht ausufert und dich und die Teilnehmenden überfordert.
4. Umsetzung & Nachbereitung – das wird oft unterschätzt
Plane zu Beginn bewusst Zeit für ein kurzes Kennenlernen ein. Das zahlt direkt auf eure Beziehung ein.
Weitere praktische Tipps:
- such dir eine*n Protokollführer*in
- sprich die Themen aus der Elternumfrage an
- vertage Themen, die nicht passen – aber verschweige sie nicht
- der Elternabend sollte maximal 60 Minuten
- wähle eine Location, die einlädt und neugierig macht, z.B. die Umkleide, den Fitnessraum, in die Eltern normalerweise keinen Zugang haben
Nach dem Elternabend:
- Reflektiere kurz für dich: Was lief gut? Was nicht?
- Verschicke das Protokoll an alle Eltern
- Halte Absprachen verbindlich ein
- Lege dir die Planung als Vorlage ab – für das nächste Mal
Weitere Impulse und eine kompakte Checkliste für die Planung und Durchführung deines Elternabends findest du in diesem PDF, das ich für dich erstellt habe.
Mein Fazit
Der Elternabend nach der Winterpause ist kein Pflichttermin, sondern eine riesige Chance und extrem wichtig für ein wertschätzendes Miteinander.
Wenn du ihn klar strukturierst, Eltern einbindest und dich auf das Wesentliche konzentrierst, entsteht daraus:
- Vertrauen
- Klarheit
- und eine deutlich entspanntere Zusammenarbeit
Erwarte nicht, dass sofort alle kommen. 6–8 engagierte Eltern reichen völlig. Wenn die überzeugt rausgehen, werden sie deine besten Multiplikatoren. Denn ein gut strukturierter und vor allem einladender Elternabend spricht sich rum und beim nächsten Mal werden weitere interessierte Eltern dazukommen.
Und das Beste:
Wenn du einmalig Zeit in die Struktur des Elternabends investierst, baust du dir damit eine Blaupause, die du jedes Jahr wieder nutzen und mit den jeweils aktuellen Informationen ergänzen kannst.
Machst du in oder nach der Winterpause einen Elternabend und wenn ja, was hat sich dadurch in der Zusammenarbeit mit den Eltern verändert? Ich bin neugierig, was du berichten wirst. Schreib mir dazu gerne eine Mail.

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